Beginnen, möchte ich mit der Widmung am Anfang des
Buches:
"Für diejenigen,
die an die Grenzen vorstoßen, und für die, die sie zurückholen."
Dies ist bereits eine gelungene Zusammenfassung des
Inhaltes, wie sie kürzer nicht sein könnte. Es wird in elf, in sich
abgeschlossenen Geschichten ausführlich darüber berichtet, wie man bei
Sport- und Outdooraktivitäten zu Tode kommen kann. Alle Todesarten werden
in konstruierten Geschichten beschrieben, was natürlich keinen
Tatsachenbericht ersetzt. Jedoch gelingt es dem Autor, die wesentlichen
Dinge auf der Basis einer fundierten Recherche Spannungsgeladen zu
präsentieren. Vor dem Hintergrund Badwater Ultramarathon dürften die
folgenden Kapitel besonders interessant sein:
- Dem klaren Licht entgegen - Höhenkrankheit
- Noch spürbar warm -
Hitzschlag
- Land ohne Schatten - Dehydration
Es sei vorweg genommen, nicht jede Geschichte nimmt ein glückliches
Ende. Hier eine Passage, die mir besonders gut gefallen hat. Ein Auszug aus
dem Kapitel „Aus dem Reich der Senkrechten geschleudert - Sturz“:
"Entdeckt
wurde er schließlich von einem Jäger, der von weiter oben die Felswände
mit einem Fernglas nach Schneeziegen absuchte und etwas seltsames
bemerkte. Man fand ihn genau in der Position, in der er beim letzten
Schrei zurückgesunken war, den Fuß noch immer in der Felsspalte verkeilt,
aber in zwischen waren sechs Jahre vergangen, und da war natürlich nur
noch ein Skelett, von Vögeln blank gepickt, bis auf ein paar
unschmackhafte Fetzen Lyra und Baumwolle. Und da war ein Handy, grau
verwittert, neben den Knochen der ausgestreckten Hand." - Zitatende -
Der
Schluss wird teilweise mit wenigen Worten noch interpretationsfähig
beschrieben:
"Die deutsche Ärztin tritt langsam durch die Tür des
Warteraums. Sie setzt sich neben Jason hin, und er weiß schon, was sie
gleich sagen wird". - Das Ende einer Geschichte -
Alles in allem ein
empfehlenswertes Buch, auch wenn sich hier und da ein paar kleinere
Übersetzungsfehler eingeschlichen haben.