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Newsflash: TTdR 2007

   

15.06.2007

     

TTdR - Eine Idee und deren Umsetzung

Es war bereits kurz vor zwei Uhr nachts, als sich mein Handy auf dem Nachtschränkchen bemerkbar machte. Am anderen Ende vermutete ich Julia - die Frau von Jens. Richtig, wer sollte mich auch sonst zu so später Stunde noch belästigen wollen. Mit diesem Anruf hatte ich insgeheim eigentlich schon vor Stunden gerechnet. Es sollte ein Weckruf werden, der in diesem Fall keiner war, da ich bereits seit den frühen Morgenstunden ununterbrochen auf den Beinen war. Ihre Stimme klang abgespannt. Für den Bruchteil einer Sekunde war ich verunsichert, verunsichert darüber, welche Nachricht sie für mich bereithielt. "Ich wollte Dir nur sagen..., Jens wird gegen drei Uhr am See eintreffen." Erleichterung machte sich breit, gefolgt von einem unbändigen Tatendrang. Wie aus der Pistole geschossen stand die Motivation auf einmal direkt neben mir. Meine Frau Bobbi und ich folgten dem zuvor festgelegten Ablauf. In der Küche brodelte kurz darauf die Kaffeemaschine. Während Bobbi einige Brötchen belegte, schlüpfte ich in meine Rad- und Laufbekleidung. Sorgfältig habe ich die Funktionsbekleidung schichtweise aufgetragen, um mich später nach dem bewährten Zwiebelsystem den Wetterbedingungen anpassen zu können. In aller Ruhe noch einen Kaffee runtergespült, danach machten wir uns dann in Richtung Hengsteysee auf. Als wir links auf den Bikerparkplatz abbogen, vielen mir sofort einige unbeleuchtete Fahrzeuge auf, die dort abgestellt waren. Meine Vermutung, dass hier liebestechnische Handlungen vollzogen wurden, stellte sich später als nicht zutreffend heraus. Es waren die Vehikel einiger BegleiterInnen von Jens, die hier zwischengelagert wurden. Nachdem wir eingeparkt hatten, begrüßt uns Julia und versorgte uns mit den neuesten Infos. Jens war jetzt seit 17 Stunden unterwegs und seine unmittelbare Ankunft wurde durch das Eintreffen des ersten Radbegleiters - Michael vom Tri-Team Hagen - angekündigt. Ich sah die Lichter zweier Stirnlampen über die Hengsteyseebrücke schweben, die sich wie ferngesteuert auf uns zubewegten. Durch den Lichtkegel geblendet, konnte ich die Gesichter nicht gleich erkennen. Nach der gegenseitigen Begrüßung wurde auch schon die "Übergabe" organisiert.

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Jedes Mitglied dieser kleinen Truppe am See widmete sich einer Aufgabe. Da wurde verstaut, sich umgezogen, fotografiert, berichtet und Nahrung zugeführt. Ich selber erhielt eine Kurzeinweisung von Rudi bezüglich der Eigenheiten des Drahtesels samt Gespann, auf welchem die Verpflegungskisten deponiert waren. Dem folgte ein sorgfältiger Blick in das Kartenmaterial.

Die nächsten 15 km waren mir zwar vertraut, aber dann gab es die erste Unbekannte in der Gleichung. Die Fähre vor dem Kemnader See war zu dieser frühen Stunde nicht in Betrieb, somit musste eine Alternativroute genutzt werden. Aber bis dahin sollten noch gut zwei bis drei Stunden vergehen. Jens hatte es sich derweilen im hinteren Teil seines Busses bequem gemacht und die Füße hochgelegt. Die zurückliegende Strapaze konnte auch er nicht verbergen. Die um 30 Kilometer kürzere Strecke lang nun noch vor ihm, und somit auch vor mir. Mit dem Unterschied, dass ich die nächsten 45 km auf dem Fahrrad verbringen durfte.

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Nur noch 100 km, das klingt irgendwie absurd. Nach einer halben Stunde Aufenthalt verschwand ich mit Jens in der Nacht...

Alle weiteren Infos bekommst Du über die Website des Veranstalters und Finishers himself: www.tortourderuhr.de

- Zeitsprung -

Ein Ziel. Ein Läufer. Ein Finisher. Es ist vollbracht, nach 33 Stunden und wenigen Minuten hat Jens Vieler die Mündung der Ruhr in den Rhein erreicht. 33 Stunden, von denen ich ihn 16 begleitet habe. 33 Stunden, von denen die letzten Minuten eine Ewigkeit waren. 33, das ist ebenfalls die Summe der Kantenlängen der Skulptur Rheinorange (Höhe 25m,Breite 7m, Tiefe 1m), die diese Flussmündung seit 1992 ziert. 33, das ist eine Zahl, die durch die Streckenlänge von 230 Kilometern erst eine Dimension erhält. GLÜCKWUNSCH !

Ich bin sehr gespannt, ob es in 2008 Nachahmer oder gar Wiederholungstäter gibt!?

     

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