Fit für die nächste Eiszeit ?
Nur mit einer Badehose bekleidet hat
ein britischer Schwimmer namens Lewis Pugh mit einem 30 Minuten Bad im
arktischen Gewässer einen neuen Weltrekord aufgestellt. Es hat noch kein
Mensch vor ihm auf der Höhe des 65. südlichen Breitengrades eine so lange
Zeit im Eiswasser verbracht. Er hat bei seinem Rekord eine Strecke von 1,6
km schwimmend zurückgelegt. Das Eintauchen sei extrem schmerzhaft gewesen,
gestand Lewis Pugh im Nachhinein. Das ganze ist umso bemerkenswerter, weil
Physiologen den Versuch, so lange im eisigen Wasser zu verbringen, als
unmöglich eingestuft hatten. Die Halbwertszeit eines Menschen beträgt
angeblich nur einige wenige Minuten. Diese Aussage muss nun entsprechend
korrigiert werden. Lewis Pugh konnte nur lebendig aus dem Wasser steigen,
weil er seinem Körper die natürlichen Reaktionen auf Kälte abtrainiert hat.
Sobald er kaltes Wasser sieht, steigt seine
Körpertemperatur auf 38 Grad Celsius.
Ich habe mir natürlich gleich die Frage gestellt, wie kann
man diese Erkenntnis sinnvoll für den Badwater Ultramarathon verwenden? Ich
stelle mir mal vor, meine Körpertemperatur sinkt automatisch, sobald ich
eine Wüstenlandschaft vor mir sehe. Ist es gar möglich, sich die
körpereigenen Reaktionen auf Hitze abzutrainieren? Man könnte eventuell ein
Poster vom Death Valley unter seiner Schlafzimmerdecke anbringen und sich
der Vorstellung hingeben, die Umgebungstemperatur beträgt ca. 50 Grad
Celsius. Aber Vorsicht, in den Wintermonaten kann dies Unterkühlungen nach
sich ziehen. Vielleicht ist es wirklich eine Sache der mentalen
Vorbereitung, und man ist auf diese Art und Weise sogar in der Lage am
Streckenrekord zu rütteln. Während meine Supporter sich langweilen, weil
eine Kühlung von außen nicht mehr erforderlich ist, kommen die anderen Teams
so richtig ins Schwitzen. Eigentlich wollte ich dieses kleine Geheimnis ja
für mich behalten, aber ich wünsche trotzdem allen Freunden des Badwater
Ultramarathons, die ich hiermit auf dumme Gedanken gebracht habe, ein
erfolgreiches Läuferjahr 2006.