Der Herdecker Nikolauslauf und
die Längenkontraktion
Seit der Veröffentlichung von Einstein´s Relativitätstheorie, ist ja
allgemein bekannt, dass Raum und Zeit keine absoluten Größen darstellen,
sondern vom Standpunkt des Betrachters abhängen, bzw. vom entsprechenden
Bezugssystem. Dies bedeutet konkret, das Messen einer Strecke kann zu
unterschiedlichen Ergebnisse führen, je nach Standpunkt. Bewegt
man sich mit einer ausreichend hohen Geschwindigkeit, dann fällt die
Längenbestimmung kürzer aus, als dies von einem ruhenden Bezugssystem
aus der Fall ist. Dieser Effekt wird als Längenkontraktion bezeichnet.
Genau mit diesem Effekt müssen die Verantwortlichen des Herdecker
Nikolaus-Laufs exakt 22 Jahre gekämpft haben. Denn nur so scheint es
sich zu erklären, warum dieses Jahr erstmalig die Streckenlänge mit 9,6
km anstatt der sonst angegebenen 9,8 km deklariert wird, obwohl der
Streckenverlauf der gleiche geblieben ist.
In der Zeitung war zu lesen, dank modernster Technik haben wir jetzt
eine um 200 Meter geringere Streckenlänge ermitteln können. Da ist
irgendwie von GPS die Rede. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube
die Abkürzung GPS steht für Größenbestimmung Per Schätzung
oder so ähnlich. Wie dem auch sei, fest steht, am Samstag den 3. Dezember 2005
wird mit über 1000 Teilnehmern der Lauf zum 22mal gestartet werden, wenn
nicht eine Naturkatastrophe dies verhindern sollte.
Im Anschluss an den Lauf, wird man sich dann an der opulenten
Kuchentheke stäken dürfen. Dies ist ausnahmsweise nicht vom Standpunkt
des Betrachters abhängig. Ich wüsste auch nicht, dass Albert Einstein den
Begriff "opulente Kuchentheke" in irgendeiner Art und Weise relativiert
hätte. Den Teilnehmern wünsche ich viel Glück, und hoffe im nächsten
Jahr auch wieder dabei sein zu können. Alle diejenigen, die sich durch
die verkürzte Distanz Hoffnungen auf einen neuen Streckenrekord machen,
würde ich ein wenig zum Nachdenken auffordern...