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Zielsetzung

     

Die Hummel hat ein Körpergewicht von 0,7 Gramm...

Beginnen möchte ich ausnahmsweise mal mit einem Zitat von mir selbst. Ich hoffe zumindest, dass es meinem Geist entsprungen ist. Bei dem ganzen Zeugs, was man so in sich aufnimmt, kann man da allerdings nie so ganz sicher sein. Sollte es doch nicht von mir stammen, bitte ich darüber hinwegzusehen.

Die Tatsache an sich, ein Ziel vor Augen zu haben, ist bereits ein Schritt
– der erste Schritt – in die richtige Richtung,
dies auch zu erreichen.

By Pete

Die Zielsetzung, und die damit verbundene Vorbereitung, können in den unterschiedlichsten Ausprägungen vorhanden sein. Das oberste Ziel eines jeden Teilnehmers am Badwater Ultra ist, das Finish am Mt. Whitney Portal zu erreichen. Die verschiedenen Abstufungen, die sich daraus noch ergeben können, kannst Du dem nachfolgenden Schaubild entnehmen.


 

Mögliche Zielsetzungen für den
Badwater Ultra - gestaffelt nach
Schwierigkeitsgrad

Wie lautet nun meine ganz persönliche Zielsetzung im Hinblick auf den Badwater Ultra? Ich möchte an dieser Stelle einen wahrscheinlich neuen Begriff in die Diskussion einwerfen. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, den Badwater Ultramarathon und die damit verbundene Bewältigung der Gesamtdistanz von 217 km im „alpinen Stil“ vorzunehmen.

Badwater im alpinen Stil

Ich sollte nun versuchen mich sehr präzise auszudrücken, um nicht Missverständnisse höchsten Grades heraufzubeschwören. Ich will noch mal ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich die Rolle der Supporter und die Bedeutung des gesamten Teamworks zu keinem Zeitpunkt in Frage stelle. Um zu verstehen, was ich konkret mit der Wortschöpfung „Badwater im alpinen Stil“ meine, ist zunächst der Begriff alpiner Stil zu erklären.

Der Begriff alpiner Stil kommt wie zu vermuten ist aus der Welt des Extrembergsteigens. Dieser Stil unterscheidet sich von dem mit viel Materialaufwand vollzogenen Belagerungszustand eines Berges dadurch, dass man auf alles Überflüssige verzichtet, d.h. keine endlos lange Logistikkette, keine zusätzlichen Träger, kein Basislager. Es ist ein Akt der Befreiung von allem Überflüssigen, um sich mit einem Minimum an Ausrüstung auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Die Besteigung eines Berges wird so in seiner ursprünglichsten, reinsten Form vollzogen.

Das heißt übertragen auf den Badwater Ultra, die Herausforderung anzunehmen und diese mit einem Minimum an zusätzlicher Hilfe und einem Minimum an Material und Ausrüstung zu meistern, eine Ernährungs- und Flüssigkeitsversorgung auf der Basis von Naturprodukten anzustreben.

Ich laufe grundsätzlich ohne Pulsuhr am Arm, ohne GPS, ohne die Pfropfen eines MP3-Players im Ohr und ohne sonstigen Schnickschnack. Ein langer intensiver Lauf hat für mich auch etwas Ursprüngliches und Reines an sich, bei dem ich mich mit der Natur sehr stark verbunden fühle und der nach meiner Vorstellung auch nur im Einklang mit dieser zu bewältigen ist. Ich möchte dabei alle möglichen Eindrücke über die 5 Sinne in mich aufnehmen.

Die Augen
Das kann die unbegrenzte Farbenvielfalt eines herbstlichen Laubwaldes sein.

Der Mund
Das kann der Salzgeschmack aus den Mundwinkeln sein.

Die Nase
Das kann der Duft einer frisch gemähten Wiese sein.

Die Ohren
Das kann das Plätschern eines Baches sein.

Die Haut
Das kann Regen auf der Haut sein.

Aber das ist mit Sicherheit nicht das Dröhnen von Musik in meinen Ohren. Musik, abgezapft aus einem MP3-Player; ein Kabel, vergleichbar einer Nabelschnur, über das man sich die nötige Motivation runter lädt. Das ist nicht meine Vorstellung von einem Ultralauf. Ich strebe an einen Zustand zu erreichen, bei dem ich in der Lage bin, alle nötige Motivation unmittelbar aus der Umgebung in der ich laufe zu beziehen. Eine endlos lange Gerade soll nicht demoralisierend wirken, sondern vielmehr einen Ansporn liefen, auch die nächste Biegung zu erreichen.

Erfolg auf ganzer Linie ist nach meinem Verständnis nur ein Erfolg, bei dem ich auch meinen eigenen Prinzipien treu geblieben bin. Mein Wunschvorstellung für den Badwater Ultra ist es, diese Linientreue umzusetzen. Ein Überschreiten der Ziellinie im Schulterschluss mit sich selbst und dabei die Zeit zu einer Nebensächlichkeit degradiert zu haben, das wäre das Maß aller Dinge.

Ich weiß, das alles ist Theorie und die Praxis liegt in weiter Ferne. Aber das ist nun mal meine Zielsetzung für den Badwater Ultra. Es kann gut sein, dass ich meine Ansichten, oder zumindest einen Teil davon, geprägt durch Erfahrungen, die ich noch zwangsläufig machen werde, auf den Prüfstand stellen muss. Vielleicht muss ich eines Tages folgendes verlauten lassen:

Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil.
Wer weiß…???

Zu guter Letzt noch ein kleines Beispiel aus der Natur. Ein Beispiel dafür, dass es sich lohnt, die Courage aufzubringen ein Ziel zu verfolgen, auch wenn es unmöglich erscheinen mag, es jemals erreichen zu können. Und damit bin ich dann wieder am Anfang meiner Ausführungen angekommen.

Die Tatsache an sich, ein Ziel vor Augen zu haben...

Die Natur ist der beste Lehrmeister:

Die Hummel hat ein Körpergewicht von 0,7 Gramm
und eine Flügelfläche von 1,3 cm zum Quadrat.
Nach allen uns bekannten Gesetzen
der Aerodynamik
kann sie nicht fliegen!
Doch sie weiß es nicht und tut es doch.

By ich weiß nicht von wem...? Im Zweifelsfall By Nature

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