Was hat Ultralaufen eigentlich mit Physik und
Mathematik zu tun? Man könnte meinen, dass bis auf die Tatsache, eine
Strecke s in einer bestimmten anzustrebenden Zeit t zurückzulegen,
eigentlich relativ wenig. Ich will den Sachverhalt allerdings aus einem
etwas eigenwilligen Blickwinkel heraus betrachten. Die Bedeutung und
Interpretation der folgenden Gleichung ist vielleicht noch aus dem
Physikunterricht bekannt.
F=m*a
Demnach wird eine Kraft F benötigt, die sich proportional zur bewegten
Masse m und zur Geschwindigkeitszunahme a (Beschleunigung) verhält, um
einen Körper von einem Punkt A nach einem Punkt B zu befördern. Die dazu
erforderliche Arbeit W, die verrichtet werden muss, ist abhängig vom
zurückgelegten Weg s und der aufgewendeten Kraft F.
W=F*s
Die erbrachte Leistung P wiederum errechnet sich aus dem Quotienten der
Arbeit W und Zeit t. Leistung ist definiert als geleistete Arbeit pro
Zeitintervall.
P=W/t
Mit diesem physikalischen Grundlagenwissen könnten wir also nun ein paar
Berechnungen an einem Ultraläufer vornehmen, um diese schweißtreibende
Beschäftigung in Zahlen zu erfassen. Aber, bevor nun hemmungslos
gerechnet wird, will ich einige Ergebnisse vorwegnehmen. Wenn man davon
ausgeht, dass ein Ultraläufer anstreben wird mit einer konstanten
Geschwindigkeit (v = konstant) in der Ebene zu laufen, und die
Anfangsbeschleunigung a zu vernachlässigen ist, dann sieht die Bilanz
folgendermaßen aus:
Kraftaufwand F = Null
verrichtete Arbeit W = Null
erbrachte Leistung P = Null
Physikalisch gesehen, wird an einem Körper, der sich mit einer
konstanten Geschwindigkeit in einer Ebene von A nach B bewegt, keine
Arbeit verrichtet. Wir wissen aber alle, was es bedeutet, aus eigener
Kraft längere Distanzen zu überbrücken und wie kräftezehrend die
Angelegenheit in Wirklichkeit ist, auch wenn keine Steigungen überwunden
werden müssen.
Was soll also nun der ganze Quatsch?